Mehrheit gegen Beschneidungsgesetz

BeschneidungsgesetzDas vom Bundestag mit großer Mehrheit beschlossene Gesetz zur Beschneidung von Jungen wird von 70 Prozent der Deutschen abgelehnt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag des Vereins «Mogis».

Lediglich 24 Prozent Befragten halten das Gesetz für richtig. Die Regelung für religiös motivierte Beschneidungen, wie sie in der jüdischen und islamischen Kultur üblich sind, wurde am 12. Dezember von 434 Abgeordneten im Bundestag gebilligt, 100 stimmten dagegen, 43 enthielten sich. Das Gesetz besagt, dass Beschneidungen von Jungen im Kleinkindalter zulässig sein sollen, wenn die Eingriffe nach Regeln ärztlicher Kunst erfolgen. Allerdings dürfen die Knaben in den ersten sechs Lebensmonaten auch von Angehörigen einer Religionsgemeinschaft beschnitten werden, die für das kulturelle Ritual speziell ausgebildet wurden.

Ein alternativer Gesetzentwurf, der eine Beschneidung nur bei Jungen ab 14 Jahren bei deren ausdrücklicher Einwilligung erlauben wollte, fand im Bundestag keine Mehrheit. Auch Änderungsanträge, mit denen weitere Auflagen für die Zulässigkeit religiöser Beschneidungen eingeführt werden sollten, erhielten keine Mehrheit.

Quelle:
Spiegel-Online
Mogis-Verein.de

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