Anklage gegen Arzus Vater

Arzu Özmen - Anklage gegen den VaterFünf Kinder der Familie Özmen sitzen bereits in Haft. Nun muss sich auch der Vater Fendi Özmen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Körperverletzung und Anstiftung zum Mord an Arzu vor. Der Prozess beginnt am 28. Januar 2013.

Am 1. November 2011 wurde die damals achtzehnjährige Jesidin Arzu Özmen Opfer eines Ehrenmordes. Heute, ein Jahr nach der Tat, sind noch längst nicht alle Zusammenhänge restlos aufgeklärt. Im Prozess gegen den Vater erhofft sich die Staatsanwaltschaft mehr Licht in die Tatnachtumstände zu bringen.
Einen Prozess gegen die Mutter Adile Özmen hat das Schwurgericht allerdings abgelehnt.  Die Mutter hätte «mit Rücksicht auf den kulturellen Hintergrund der Familie nach ihrem Status und ihrer Stellung keine reale Möglichkeit gehabt», ihren Ehemann und den Sohn abzuhalten.  Die Staatsanwaltschaft hat gegen diesen Beschluss bereits Beschwerde eingelegt.

Ich fordere nachdrücklich Lebenslänglich bei «Ehrenmord»! Keine kulturelle Toleranz bei Gewalt und Willkür! Die Verbesserung des Opferschutzes und Verstärkung der Präventionsarbeit. Erhalt und die Schaffung von spezialisierten Beratungs- und Schutzeinrichtungen. Und ich plädiere auch für eine realistische Integrationspolitik in Deutschland. Als Folge dieser Integrationspolitik, die ausschließlich der Bund zu verantworten hat, gehören «Ehrenmorde» heute zu unserem Alltag. Die betriebene Integrationspolitik, die nur aus Schönrederei besteht, stellt sich nämlich gegen die Integration der Einwanderer in die Gesellschaft. Denn Familie Özmen, die als wünschenswertes Musterbeispiel für Integration dargestellt wird, hat uns erneut die Integrationslüge vor Augen geführt.

Lesen Sie die Gerichtsreportagen von Peri e.V. zum Fall Arzu:

30. April 2012 – Peri-Bericht vom 1. Prozesstag
07. Mai 2012 – Peri-Bericht vom 2. Prozesstag
09. Mai 2012 – Peri-Bericht vom 3. Prozesstag
14. Mai 2012 – Peri-Bericht vom 4. Prozesstag
16. Mai 2012 – Peri-Bericht vom 5. Prozesstag

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