Die Willkommenskultur in Deutschland

Willkommenskultur in Deutschland - Serap CileliIm Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat das Institut TNS Emnid im November 2012 eine repräsentative Umfrage durchgeführt, um zu erkunden, wie die Bevölkerung Zuwanderung und Willkommenskultur sieht. Die Ergebnisse sind nicht ermutigend. Zwar sehen viele in Zuwanderung Chancen, aber ebenso viele verbinden mit Zuwanderung Nachteile für die Gesellschaft.

Grundsätzlich schwanken die Bürger in der Frage, ob Zuwanderung die Gesellschaft bereichert oder ihr schadet. Vor- und Nachteile von Zuwanderung halten sich in den Augen der Bevölkerung in etwa die Waage. Für knapp zwei Drittel der Befragten führt Zuwanderung zu zusätzlichen Belastungen bei den Ausgaben für Hartz IV und Arbeitslosengeld, zu Konflikten zwischen Einheimischen und Einwanderern, wie auch zu Problemen in den Schulen. Knapp die Hälfte der Befragten äußert Bedenken, dass Zuwanderung in den Ballungsräumen zu Wohnungsnot führt.

Die Willkommenskultur in Deutschland wird von den Bürgern insgesamt nicht gut bewertet: Die Bereitschaft der Menschen vor Ort, Zuwanderer freundlich aufzunehmen, sehen vier von zehn Bürger eher verhalten. Rund ein Viertel der Befragten sieht Menschen mit Migrationshintergrund in Polizei, Kita, Schule und Behörden angemessen vertreten. Für die Bereiche Kultur und Medien fällt das Urteil erheblich positiver aus.

70 Prozent der Bevölkerung sehen die Notwendigkeit einer stärkeren Thematisierung von Toleranz, Achtung und Vielfalt gegenüber Einwanderern in den Schulen. Lediglich jeder Fünfte hält Toleranz, Achtung und Vielfalt in Schulen als ausreichend verankert. Nur jeder zweite Deutsche glaubt, dass Zuwanderer von der örtlichen Bevölkerung eine freundliche Aufnahme erfahren.

Nach Ansicht der Bevölkerung ist die Wertschätzung der Leistungen von Zuwanderern, die schon lange in Deutschland leben und arbeiten, zweigeteilt: 48 Prozent der Befragten meinen, dass den Zuwanderern eine sehr große bis eher große Wertschätzung entgegengebracht wird, 46 Prozent hingegen konstatieren eine eher geringe oder gar keine Wertschätzung.

Die Ergebnisse beruhen auf einer bundesweiten Befragung durch TNS Emnid Politik- und Sozialforschung, Bielefeld, im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Befragt wurden 1.002 Personen der bundesdeutschen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in einer Telefonbefragung Befragungszeitraum war der 12.10. bis 20.10.2012.

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