8. Todestag von Hatun Sürücü

Hatun SürücüTagesspiegel: Heute vor acht Jahren wurde Hatun Sürücü ermordet, weil sie einen modernen Lebensstil pflegte. Ein Neuköllner Integrationsprojekt gedenkt nun der Deutsch-Kurdin. Als „Heroes“ wenden sich 17 Jungs mit türkischen und arabischen Wurzeln gegen alte Rollenmuster.

Jungs müssen stark und mutig sein, Mädchen zurückhaltend und gehorsam. In vielen Familien, besonders in muslimischen, herrscht noch immer ein solches Rollenbild, das oft mit viel Leid einhergeht. Das Neuköllner Projekt „Heroes“ will junge Muslime darin bestärken, diese gesellschaftlich veralteten Muster zu durchbrechen und deutlich machen, dass Ehre anders zu definieren ist als über die Jungfräulichkeit ihrer Schwestern.

Heute wollen die Heroes, das sind 17 junge Männer mit türkischem und arabischen Hintergrund, der ermordeten Hatun Sürücü gedenken.

Acht Jahre nach dem so genannten Ehrenmord an der Deutsch-Kurdin werden die Jugendlichen um 15 Uhr am Gedenkstein in Tempelhof, Ecke Oberlandstraße/Obergarten ein paar Worte zur Erinnerung sprechen und gemeinsam mit Innensenator Frank Henkel (CDU) und Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (CDU) Blumen und Kerzen an dem Ort, an dem die junge Frau mit gerade erst 23 Jahren starb, niederlegen. Im Anschluss wird der Senator mit den Jugendlichen des Projekts in der Heroes-Geschäftsstelle, Hermannstraße 22, über Werte, Identität und Gewalt diskutieren.

„Wir werden den Kampf gegen Gewalt nur gewinnen, wenn wir vor allem junge Menschen einbinden und Vorbilder stärken“, sagt Innensenator Henkel. Es gehe dabei um die Fragen, wie ein friedliches Miteinander realisiert werden, die Gesellschaft zusammengehalten und mehr Respekt füreinander und für das Umfeld geschaffen werden könne. „Der Termin bei den Heroes bietet eine gute Gelegenheit, um mit engagierten und wertegeleiteten jungen Menschen über diese Fragen ins Gespräch zu kommen“, so Henkel. Er will während des ganzen Jahres unter dem Motto „Gewalt hat keinen Wert. Du schon“ Gespräche führen und Projekte besuchen, die sich gegen Gewalt einsetzen. Nach Angaben der Frauen-Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes hätten im vergangenen Jahr mehr als 300 Frauen Hilfe gesucht, weil sie zwangsverheiratet worden sind oder in Ausland verschleppt werden sollten. [weiterlesen]

Jetzt den gesamten Artikel auf www.tagesspiegel.de lesen

Share