Sebastian Edathy referiert bei Neoislamisten über deutschen Rassismus

Sebastian EdathyDer SPD-Politiker Sebastian Edathy ist eine umstrittene Persönlichkeit. Über ihn mag man denken, was man möchte, doch er ist ein wohlkalkulierender Stratege. Überraschenderweise wird eben dieser Mann am 26. März, als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses NSU, bei der World Media Group AG als Gastredner auftreten. Problematisch ist an der Sache, dass der Gastgeber zum Netzwerk des Islamisten Fethullah Gülen zählt.

Vor etwa einem Monat berichtete ich bereits ausführlich über Fethullah Gülen und sein Netzwerk. Dieser, nennen wir ihn mal spirituelle Guru, inspiriert mit seinen Worten und Schriften eine soziale Bürgerbewegung rund um die Welt – auch in Deutschland.

Fethullah Gülen ist ein islamischer Neofundamentalismus, der unter dem Deckmantel eines liberalen, interreligiösen Dialogs in Wahrheit Exklusion proklamiert. Seine Anhänger betreiben eine systematische Ausgrenzungspolitik beispielsweise gegenüber Kurden, Armeniern oder der alevitischen Glaubensgemeinschaft.

Gülens Weltbild beinhaltet ein problematisches Frauenbild und propagiert die Überlegenheit des Islams gegenüber anderen Religionen. Unzählige Firmen weltweit fühlen sich dem Gedankengut Gülens verbunden und unterstützen seinen sogenannten Bildungsjihad.

Zu diesem intransparenten Netzwerk zählt auch die World Media Group AG, die in Deutschland Nachrichtenagenturen, Fernsehsender und mehrere Printmedien wie die ZAMAN betreibt.

Gerade diese Medienkanäle waren maßgeblich daran beteiligt, die Massenverhaftungen von Journalisten wie Ahmet Şık, der sich für die Aufdeckung der Machenschaften von Fethullah Gülen einsetzt, in der Öffentlichkeit zu legitimieren. Ein Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit zugunsten einer gefährlichen Ideologie.

Es ist geradezu eine Beleidigung für den gesunden und humanistischen Verstand, dass ein demokratisch gewählter Volksvertreter wie Sebastian Edathy, einen Vortrag bei rassistischen Neofundamentalisten über die Gefahren der (deutschen) rechtsextremen Szene und nötige Reformen in der Sicherheitsstruktur Deutschlands halten wird.

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