Gedenktag des Völkermordes an den Armeniern

Gedenktag des Völkermordes an den ArmeniernAm 24. April wird in Armenien jährlich der Gedenktag an die Völkermord-Opfer begangen. An diesem Tag soll die systematische Verfolgung und Ermordung von bis zu 1,5 Millionen Armeniern im Osmanischen Reich ihren Lauf genommen haben.

Bisweilen ist die Genozidfrage allerdings noch stark umstritten. Weltweit haben bis jetzt nur 22 Staaten das Massaker als Völkermord anerkannt (u.a. Frankreich, Kanada, Schweiz). Die deutsche Regierung hält sich bei diesem Thema noch bedeckt und bewertet die Ereignisse offiziell als Massaker und nicht als Genozid.

Auch die türkische Regierung lehnt den Vorwurf des Völkermords ab. Dennoch formiert sich seit Jahren auch in der Türkei eine breite Bewegung, die den Völkermord anerkennt. Vor einiger Zeit starteten Prof. Dr. Ahmet İnsel und Prof. Dr. Baskın Oran die Kampagne “Ich entschuldige mich”. Die Unterstützer der Kampagne unterzeichnen folgende Erklärung:

“Ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, dass die Katastrophe, welche die Armenier des Osmanischen Reiches 1915 ereilte, verleugnet und ihr teilnahmslos begegnet wird. Ich lehne dieses Unrecht ab und teile die Gefühle und den Schmerz meiner armenischen Brüder und Schwestern und entschuldige mich bei ihnen.”

Namenhafte Unterstützer der Kampagne sind u.a. Cem Özdemir (Bundesvorsitzender der Grünen), Dr. Lale Akgün (SPD), Murat Belge (Schriftsteller) und viele weitere Intellektuelle, Künstler und Politiker.

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