Kinderehen: Im Islam gibt es keine Altersgrenze

Kinderehe im IslamIn Nigeria ist derzeit eine hitzige Debatte zum Thema Kinderehen und Pädophilie entflammt. Die öffentliche Auseinandersetzung zielt dabei auf den § 29 der nigerianischen Verfassung. Nach diesem seien alle verheirateten weiblichen Personen automatisch als volljährig zu behandeln. Das schließt auch die Ehe mit jungen Mädchen ein und öffne dem Kindesmissbrauch Tür und Tor, so die Kritiker.

Auf Anraten der Verfassungskommission hat das Parlament die Außerkraftsetzung des Paragrafen aus der Verfassung abgelehnt. Das Gesetz habe nichts mit Kinderehen zu tun und sei eine überspitzte Interpretation.

In der Debatte hat sich auch Prof. Ishaq Akintola zu Wort gemeldet, ein hochangesehener muslimischer Gelehrter und Direktor der Nichtsregierungsorganisation Muslim Rights Concern (MURC). In einem Interview erklärte Akintola, dass es im Islam keine Altersregelung für die Ehe gebe. Die einzigen Bedingungen für eine islamisch-rechtskräftige Ehe seien der Antrag und die Annahme, die Zustimmung der Eltern, die Mitgift und mindestens zwei männliche Zeugen bei der Eheschließung.

Sollte die Braut noch nicht menstruiert haben, so müsse der Bräutigam auf die »Vollendung« der Ehe warten, bis die Kindsbraut die Pubertät erreicht.

Prof. Ishaq Akintola betonte ausdrücklich, dass eine acht- und ehrbare Kinderehe besser sei als Kinderprostitution, die die Straßen von Nigeria flute.

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