R4bia-Kampagne:
Friedliebende Bürgerbewegung oder islamistische Tarnaktion?

R4biaSeit Wochen sieht man das Symbol einer Hand, die 4 Finger auf gelben Grund hervorstreckt: Die R4bia-Kampagne. Ein Sinnbild für die Solidarisierung mit Mursi und eine Kampfansage an das Militär in Ägypten. Gestern teilte ich bezüglich dieser Kampagne einige Fakten und Einschätzungen des Verfassungsschutzes auf meiner Facebook-Seite, welche eine hitzige Diskussion entflammten.

Prinzipiell begrüße ich die zahlreichen Wortmeldungen, die ein Abbild unserer pluralistischen Gesellschaft sind. Einige Kommentare musste ich leider löschen, da die Beiträge jeglichen vertretbaren Rahmen sprengten.

Die Hauptaussagen meines vergangenen Beitrags zur R4bia-Kampagne waren folgende:

»Das Landesamt für Verfassungsschutz (BaWü) ordnet die Anhänger der R4bia-Bewegung der Muslimbruderschaft zu. Diese würden nach Einschätzungen des Verfassungsschutzes mit Verschwörungsbildern arbeiten und als antizionistisch gelten. Auf der offiziellen Homepage der R4bia-Bewegung werden ihre Ziele aufgelistet. Unter anderem seien das: „der Kollaps der westlichen Werte“, die Vereinigung aller islamischen Nationen, das „Ende der Zionisten“, also des Staates Israel, und gleich mehrfach das „Märtyrertum“.«

Ein paar Befürworter der R4bia-Kampagne erklärten auf meiner Facebook-Seite, dass sie sich mit der Sache und dem ägyptischen Volk solidarisieren und weniger mit Mursi und den Muslimbrüdern. Diese Position kann ich respektieren und anerkennen. In den beiden derzeit größten Brennpunkten Syrien und Ägypten ist das Volk stets der Verlierer. In jeder denkbaren Konstellation ziehen die Menschen vor Ort den Kürzeren.

Ich verurteile zutiefst die unzähligen Morde und wünsche mir, wie jeder andere von Ihnen auch, ein Ende dieses Blutvergießens. Jedoch sollte man sich davor hüten, die R4bia-Bewegung lediglich als friedliebende Bewegung für das ägyptische Volk zu betrachten. Es ist eine Sache, sich für das geschundene ägyptische Volk einzusetzen und eine andere, sich der Symbolik einer rückwärtsgewandten Ideologie anzunehmen und sich von ihnen vor den Karren spannen zulassen.

Sowohl das gegenwärtige Militärregime als auch die Muslimbruderschaft verfolgen ausschließlich eigene Machtinteressen und missbrauchen die Belange der Bürger als Vorwand, um ihren eigenen Ansprüchen Legitimation zu verleihen.

Lassen Sie mich eine Sache glasklar formulieren: Die Muslimbruderschaft interessiert sich nicht für das ägyptische Volk! Ihr absoluter Wahrheit- und Machtsanspruch steht diametral zu den Prinzipien einer Demokratie und der Volkssouveränität. Das Herrschaftssystem der Muslimbrüder sieht kein selbstbestimmtes Volk vor! Gleiches gilt für das Militär.

Menschenrechtsorganisationen wie beispielsweise »Human Rights Watch« hatten bereits letztes Jahr die Verfassungsänderungen unter Mursi stark bemängelt. So wurden Frauenrechte und die Rechte von religiösen Minderheiten stark beschnitten. Die angeblich demokratische Wahl Mursis ist nur ein Trugschluss. Ägypten ist ein pseudodemokratisches System, wo das Volk nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat.

Setzen Sie sich weiterhin für das ägyptische Volk ein, doch spielen Sie nicht den Militärs oder den Muslimbrüdern die Instrumente in die Hand, um das Land weiter auszuschlachten. Jeder, der das R4bia-Bild trägt, sollte sich darüber bewusst werden, dass man sich auf dem ersten Blick zwar mit dem ägyptischen Volk solidarisiert, jedoch am Ende nur die fanatischen Strippenzieher hinter der Kampagne weiter stärkt.

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