Greenpeace-Aktivisten noch immer in russischer Haft

Greenpeace Arctic SunriseSie sind gut organisiert, engagiert und scheuen kaum Gefahren, wenn es um den Umweltschutz geht. Die Non-Profit-Organisation Greenpeace macht regelmäßig mit waghalsigen Aktionen auf die Zerstörung unseres ökologischen Systems aufmerksam und riskiert nicht selten Leib und Leben. Mitte September machte ein Greenpeace-Team auf die Gefahren von Ölbohrungen aufmerksam und wurde von bewaffneten russischen Sicherheitskräften verhaftet. Nun drohen ihnen bis zu 10 Jahre Haft wegen »bandenmäßige Piraterie«.

Am 18. September protestieren sie an der Gazprom-Ölplattform Prirazlomnaya gegen die drohende Zerstörung der Arktis. Plötzlich wird das Greenpreace-Schiff »Arctic Sunrise« von einem Militärhubschrauber umkreist. Bewaffnete und maskierte Männer seilen sich auf das Schiff ab und inhaftieren die Schiffsbesatzung. Nun sitzen die 28  Greenpeace -Aktivisten und 2 Journalisten seit knapp 2 Monaten in menschenunwürdiger Haft und warten auf einen Gerichtsprozess. Die russische Justiz wirft ihnen »bandenmäßige Piraterie« und »Rowdytum« vor.

Die russischen Behörden scheuen keine Maßnahmen, um die Interessen von Gazprom zu wahren und beschuldigen die Aktivisten auch Drogen und andere illegale Güter an Board gelagert zu haben.  Die Umweltorganisation weist diese Vorwürfe vehement zurück.

An der inszenierten Kriminalisierung von Greenpeace hat vor allem der Energiekonzern Gazprom ein Interesse, weil er in der arktischen Petschorasee kommerziell Öl fördern möchte und die öffentliche Aufmerksamkeit durch die Aktivisten ist ein erheblicher Störfaktor. Dass hier ein eklatanter Interessenskonflikt herrscht, stört niemanden in der russischen Regierung, die über 50% an Gazprom hält.

Am 6. November 2013 hat die Verhandlung über den Fall des Greenpeace-Schiffs vor dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg begonnen. Russland selbst nahm an der Anhörung nicht teil. Am 22. November wird das Urteil erwartet, das zwar bindet für Russland ist, doch der Gerichtshof hat keine Sanktionsmöglichkeiten, wenn sich Russland nicht an das Urteil hält.

Die ausführlichen Biografien der Aktivisten können Sie auf der Webseite von Greenpeace nachlesen.

Diese Aufnahme zeigt die Erstürmung der »Arctic Sunrise«:

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