Die Antwort auf alle Ihre Fragen!

Ich habe täglich mit Menschen zu tun. Menschen mit den verschiedensten Ansichten, Herkunftsorten und Religionen. Das bewerte ich als eine große Bereicherung in meinem Leben, denn durch den Austausch mit ihnen lerne und wachse ich. Ich gehöre allerdings zu der Sorte Mensch, die auch gerne den Finger in die Wunde legt. Wunden, die durch Menschenrechtsverletzungen entstehen und da kann ich nicht einfach zu sehen. Dafür erhalte ich oft täglich »interessante« Lesermeldungen.

Seit mehr als 15 Jahren engagiere ich mich nun in diesem Bereich und bin mit den unterschiedlichsten Problemen konfrontiert. Doch warum habe ich mich für diese Arbeit entschieden? Was sind meine Ziele oder meine Absichten? Was treibt mich an und wieso höre ich nicht auf? Diese Fragen habe ich bereits in einem früheren Artikel erörtert.

An dieser Stelle möchte ich ein für alle Mal einige Dinge klarstellen, die mir stets vorgeworfen werden oder Fragen beantworten, die mir immer wieder gestellt werden. Und jedes Mal glauben die Urheber, dass sie die Ersten seien. Sie glauben, die »Auserwählten« zu sein, die mich belehren, stoppen, beschimpfen oder mir gar den Tod wünschen müssen. Dabei spielt es keine Rolle, welche Religions- oder Volksgruppe es ist, die Reaktionen sind immer die selben. Prangere ich Menschenrechtsverletzungen beispielsweise bei Muslimen, Juden oder Jesiden an, so eilen stets ihre Verfechter herbei und suchen ihr Heil in meinem Verderben. Die Argumente sind oft gleich: Mal werde ich offenbar von »den Juden« bezahlt, manchmal von islamischen Regierungen, oft würde ich für den deutschen Staat die Drecksarbeit machen, »meine Landsleute verraten« und mir die große Kohle in die Taschen stopfen. Schade nur, dass meine Bank mich bis heute nicht über mein vermeintlich fettes Sparschwein informiert hat.

Im Folgenden werde ich Ihnen eine kleine Auswahl an Beispielnachrichten auflisten, die ich allein in den letzten Monaten bekam. Klare Gewaltandrohung, Flüche und sogar der Wunsch mich tot zu sehen, gehören zum »guten Ton«. Trotzdem werde ich einige davon beantworten und hoffe, dass die Vorwürfe in Zukunft wenigstens etwas fantasievoller und kreativer ausfallen. Auf Dauer wird es sonst langweilig und die für mich zuständigen Beamten vom Landeskriminalamt brauchen ja auch mal frischen Lesestoff.

Also fangen wir mal an:

nummer1
Ich gehöre keiner institutionellen Glaubensgemeinschaft an. Mein Glaube ist nur eine Privatsache zwischen mir und Gott / Allah / Jahwe etc. Meine Familie ist alevitischen Ursprungs, mein Ehemann ist Sunnite, meine jüngste Tochter fühlt sich dem christlichen Glauben verbunden. Zu meinem engsten Freundeskreis zählen neben Muslimen, auch Buddhisten, Juden und einpaar weitere Religionsgruppen. Sie sehen also, dass der Glaube eines Menschen für mich keine Rolle spielt, sondern nur wie er seine Konfession mit dem humanitären Gedanken in Einklang bringt.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer2
Ich persönliche bezeichne mich selbst nichts als eine klassische Islamkritikerin. Dieses Etikett bekam ich von Anderen. In erster Linie beschäftigen mich Menschenrechte im Allgemeinen. Aufgrund meiner persönlichen Lebensgeschichte  bilden die Menschenrechte im Islam natürlich einen gewissen Kernpunkt, auf den ich mich aber nicht reduzieren lassen möchte. Aus diesem Grund berichte ich auch über mangelnde Zustände in anderen Ländern oder über Menschenrechtsverletzungen, die nichts mit Religionen zu tun haben. (z.B. hier, hier, hier, hier  und hier)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer13
Ich spreche weder für Sie, noch für »die Türken« oder »die Muslime«. Ich spreche für unzählige Opfer, die im Namen einer falsch verstandenen Ehre, Religion und Tradition unterdrückt, benachteiligt und ermordet werden. Ich bin weder ein »Büromensch« noch eine »Redenschwingerin«, sondern arbeite mit meinem Verein direkt an der Basis. Tag ein, Tag aus. Über mein Engagement können Sie hier und hier Näheres erfahren.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer10
Leider ist die Wahrnehmung mancher Leserinnen und Leser sehr selektiv und so werden falsche Schlüsse gezogen. Im Rahmen meiner Arbeit berichte ich auch immer wieder über Feindlichkeiten gegenüber muslimischen Menschen, empfehle tolle Förderprogramme, blogge über die mangelnde Willkommenskultur in Deutschland, verweise auf interkulturelle Kalender für ein harmonischeres Miteinander  und berichte über selbstbewusste, feministische Musliminnen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer15
Ja, ich weiß schon, der »Islam ist Frieden«. Er ist perfekt, nur der Mensch ist defekt. Im Übrigen befassen sich nur etwa 60 Prozent all meiner Postings auf Facebook im weitesten Sinne mit dem Islam. Ich habe das überprüft und dabei sogar Einträge dazu gezählt, die z.B. eigentlich nur die Regierungen in islamischen Ländern betreffen, ohne dass es tatsächlich um den Glauben geht. So gesehen ist der Anteil an reinen Berichten zum Islam selbst noch geringer.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer3
Ich weiß, es fällt vielen Türken nicht leicht, wenn einer das Borg-Kollektiv verlässt. Der türkische Gesamtorganismus ist dann vermeintlich in Gefahr und sofort ist die Rede von Verrat, Nestbeschmutzern und sog. Haustürken. Nachdem der Oberguru vom Bosporus den Begriff der Assimilation als »Verbrechen gegen die Menschlichkeit«  deklariert hat, tönt sein Gefolge diese dumpfe Aussage mantraartig im Gleichton. Dabei ist die Assimilation nichts anderes als die Verschmelzung unterschiedlicher Lebensweisen. Dass Nationalisten dabei gleich den Verlust der eigenen Identität herbeibeschwören, ist reine Panikmacherei und Machtkalkül.

Wie bereits anfangs erwähnt, sind keineswegs nur Muslime derart ausfallend. Nachfolgend einige vorbildliche Vertreter anderer Glaubensrichtungen:

nummer6
Diese reizende Wortmeldung erhielt ich auf meinen Artikel über eine israelische Hotline gegen arabisch-israelische Mischpaare. Der gute Mann erweist sich hier ebenfalls kritikunfähig und bemerkt gar nicht, dass er seine eigene Abneigung gegenüber Muslimen offenbart. Ganz zu schweigen von seinem eingeschränkten Ausdrucksvermögen, was wohl einer mangelnden Erziehung und Bildung geschuldet ist.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer14
Welcher Religionsgruppe dieser besondere Vertreter seiner Art angehört, können Sie unschwer herauslesen. Offenbar war er über den Bericht zu einem jesidischen Integrationsverein, den ich veröffentlichte, »not amused«. Auch hier wird deutlich, dass das Kollektiv das höchste Gut darstellt, und jegliche Kritik oder Fehlverhalten üble Beschimpfungen oder gar die Tötung nach sich zieht. So geschehen im Fall der Jesidin Arzu Özmen, die von ihrer eigenen Familie brutal ermordet wurde, weil sie angeblich die jesidischen Bräuche missachtet hat.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer12
Zunächst einmal betreibe ich keine Sekte und habe somit keine Anhänger. Und im Weiteren verbürge ich mich für den Großteil meiner Leserschaft. Sie sind gute Menschen und ja, ich bin Stolz darauf, dass ich sie an meiner Seite wissen darf. Ich weiß natürlich, dass es auch Leserinnen und Leser gibt, die mich und meine Arbeit als Kronzeuge für ihren Islamhass instrumentalisieren wollen. Doch das schaffen sie nicht! Ich lehne jede Art von Rassismus, Religionsphobie und Diskriminierung ab.

Nachfolgend liste ich noch einpaar geistige Leckerbissen auf, ohne sie zu kommentieren. Die Verfasser und ihr Niveau sprechen für sich alleine:

nummer4

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer5

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer11

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer7

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer8

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

nummer9

Share