Erfahrungsbericht: Köln lässt Kögida auflaufen

koegidaMarion Schrezenmaier war Anfang Januar in Köln dabei, als die Kögida ihre Demo beschritt. Im folgenden Erfahrungsbericht schildert sie ihre Beobachtungen und knüpft eine Verbindung zu den Frauenrechten.

Verfasserin: Marion Schrezenmaier

Ich war am 05. Januar 2015 bei der Demonstration und dem versuchten Spaziergang von PEGIDA dabei. Ich konnte die Mitte des Ottoplatzes nur mit Polizeischutz erreichen, weil sich um mich herum ein grölender Mob austobte – nichts für schwache Nerven!

Die PEGIDA Zusammenkunft wurde eingekesselt und konnte nur durch eine Doppelreihe von Polizisten vor Gewalt geschützt werden. Gott sei Dank, denn wären diese nicht gewesen, dann wäre die Meute über die Pegidaanhänger hergefallen wie über räudige Hunde.

Das zum Thema: die ach so friedlichen Kölner Anti-Pegida-Demonstranten.

Wir leben in politisch sehr interessanten Zeiten, dürfen wir doch hautnah miterleben, wie eine Meinungsdiktatur errichtet wird, indem Andersdenkende niedergebrüllt, eingeschüchtert, bedroht und als Nazis beleidigt werden. So, und nur so, können sich Diktaturen etablieren – sollte jemand seinen Kindern einmal erklären wollen, wie das eigentlich so gekommen ist mit  Diktaturen, dann geht das so:

Das Volk wird sanft und subtil und mit besorgter Miene aufgehetzt gegen Andersdenkende. Es wird ihnen beigebracht, was sie doch für Helden seien, wenn sie sich richtig ins Zeug legen und ihre schwarzen oder roten Fahnen schwenken, Gewalt und Terror gegen Andersdenkende ausüben – und die Herrschenden grinsen zufrieden in ihren Elfenbeintürmen.

Es wiederholt sich wieder. Merkt das denn keiner?

Der DGB, Frau Merkel, Herr Schramma, Herr Gauck, die Kölner Künstler, der Domherr Dr. Feldhoff einschließlich der Qualitätsjournalisten waren nicht bei der Gegendemo dabei – nein, dafür haben sie ihre Vasallen, die die Drecksarbeit für sie verrichten. Ihre Posten und Sessel werden verteidigt vom tumben Volk, das ja was Gutes tut.

Es gehört schon viel Mut dazu, mit tausenden Blockierern 500 Leute zu schikanieren und zu drangsalieren.

Ich kümmere mich seit einigen Jahren um muslimische Mädchen, die zwangsverheiratet werden, die vergewaltigt werden, die sich verschleiern müssen, die geschlagen werden, weil ein junger Mann sie vielleicht anschaute, die weder am Sportunterricht noch an Klassenfahrten teilnehmen dürfen, die sich selbst ausgrenzen müssen aus der weiblichen Gesellschaft, um wie die Vogelscheuchen das Machtbedürfnis der muslimischen Männer zu befriedigen und zu streicheln.

Wer denkt an diese Mädchen? Es sind sehr, sehr viele, liebe LeserInnen.

Als die Frauen um mich herum mit Schaum vor dem Mund mich als Nazischwein beleidigten, musste ich an gelynchte muslimische Mädchen der letzten drei Jahre denken:

Arzu Özmen, Detmold, erschossen am 01.11.2011 von ihrem Bruder
Abdoal D., erschossen am 01.01.2012, Hildesheim
Fanzia, erstochen am 03.02.2012 in Gütersloh von ihrem Ehemann
Müslime, erwürgt am 16.05.2012 von ihrem Ehemann
Nura und Gülten aus Berlin, erschossen am16.01.2013 von ihrem Freund
Bahar Erdogan, erstochen am 19.01.2013 von ihrem Ehemann Erdal Tunc
Neslian Celik, erstochen am 09.02.2014 in Marburg von ihrem Vater
Hatice und Münewer Gündüz, erschossen am 14.08.2013
Selim Özel, erschossen am 02.02.2014 in Berlin von Ramazan G.
Kadriye, erstochen am 03.03.2014 in Schweinfurt vom Ehemann
Ayse, erstochen am 14.03.2014 in Ahaus vom Ehemann
Aaya, erstickt am 20.03.2014 in Hamburg von ihrem Bruder
Filiz Cekic, erstochen am 24.07.2014 vom Ehemann
Mehtap Savasci, ermordet am 07.10.2014 in Kassel von ihrem Bruder

Demos von Frauen? Fehlanzeige!

PEGIDA schreibt in ihrem Positionspapier unter Punkt 10.:
Pegida ist für den Widerstand gegen eine frauenfeindliche, gewaltbetonte Ideologie …

und Punkt 12.: Pegida ist für sexuelle Selbstbestimmung.

Wogegen demonstrieren diese Frauen eigentlich? Gegen ihre eigenen Interessen?

Sie lassen sich vor den Karren der Islamverbände spannen und merken gar nicht, wie diese männlichen Funktionäre sich ins Fäustchen lachen, müssen sie ihre verlogene, unterdrückende und blutige Arbeit nicht selbst verrichten – sondern sie wird von uns westlichen Frauen mit solchen Gegendemos unterstützt – zur Zufriedenheit der Männer.

Mir sträuben sich die Haare, aber es passt nur ein Satz auf diese Frauen:
Sie biedern sich an und kaufen den Strick noch selber, an dem man sie aufhängt.

Verfasserin: Marion Schrezenmaier

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