Appeasement gegenüber dem Islam gefährdet westliche Werte

serap_bayernkurierEgon Bahr prägte einmal mit seinem Ausspruch „Wandel durch Annäherung“ den Zeitgeist der 60er-Jahre. So könne eine Veränderung langfristig nur durch viele kleine Schritte in einem Klima der Entspannung bewerkstelligt werden. Doch die sukzessiven Zugeständnisse und Beschwichtigungen gegenüber islamistischen Aggressoren – zur Vermeidung von Konflikten – befördern uns geradewegs zurück ins frühe Mittelalter. Mit jedem Schritt mehr verlieren wir in Deutschland auch ein Stück all jener Errungenschaften unserer aufgeklärten und liberalen Gesellschaft.

Ich stamme aus einem Land, in dem Menschen für ihre politische, religiöse und ethnische Zugehörigkeit verfolgt und unterdrückt werden. Und nein, ich meine nicht Pakistan oder Saudi-Arabien, sondern die Defektdemokratie Türkei. Aus diesem Grund bin ich dankbar für die Privilegien einer freiheitlichen Grundordnung, die Sicherheiten und verfassungsmäßigen Rechte, die uns hier in Deutschland zuteil werden. Werte wie Meinungsfreiheit und das Recht auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit sind für mich hohe Güter, die es um jeden Preis zu verteidigen gilt.

Dabei spreche ich nicht vom IS oder der Hamas, sondern von Berufsmuslimen mitten in Deutschland. Sie haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sich nur darüber zu beklagen, wie islamophob und rassistisch Deutschland sei, um ihre Interessen zu verfolgen. Dabei gibt es kaum eine aufgeschlossenere Gesellschaft als die hiesige. Diese Islamfunktionäre sitzen Seite an Seite mit der politischen Öffentlichkeit, und man glorifiziert sie unreflektiert als akademisch gebildete Dialogpartner. Doch unter dem Schleier ihrer vermeintlichen Fortschrittlichkeit verkaufen sie ihre rückständige Lebensweise einfach effektiver als jene, die eine IS-Flagge schwingen und „Allahu Akbar“ skandieren. So predigen Imame auf deutschem Boden die Unterdrückung von Frauen, Politiker buhlen bei türkischen Rechtsextremisten um Stimmen, und Islamverbände missbrauchen die Religionsfreiheit, um kleinen Mädchen in Grundschulen Kopftücher aufzwingen zu können.

Trotz allem oder vielleicht auch gerade deswegen wird hierzulande eine selbstzerstörerische Appeasement-Politik betrieben, die ihresgleichen sucht. Die Opfer dieser verantwortungslosen Staatsführung sind nicht nur die sogenannten „Bio-Deutschen“, sondern insbesondere die vielen Muslime, die fernab der hochtrabenden Debatten in den Medien und Politik einfach nur ein normales und sorgloses Leben führen möchten. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die richtigen Dialogpartner auswählt. In der Zwischenzeit haben sich viele liberale und aufgeklärte Muslime etabliert, deren Stimmen bedeutsamer und gewichtiger geworden sind. Vielleicht sollten wir uns lieber dieser Avantgarde nähern und auf einen friedlichen Wandel setzen.

Dieser Artikel von mir erschien am 14. Februar 2015 im Bayernkurier

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