Die Rede von Helga Schopp
bei der Demonstration und Mahnwache am 16.05.2009 in Stuttgart
Trauerkundgebung für Gülsüm Semin und Morsal Obeidi
Liebe Frauen, Mädchen, Männer und Jungen, liebe Freunde!
mein Name ist Helga Schopp, ich stehe heute hier als aktives Mitglied in Peri.ev, um die kollektive Gewalt an muslimischen Frauen, Mädchen und Jungen zu verurteilen und, um vor der Schattenmacht zu warnen, die unsere Söhne, unsere Töchter und unsere Freiheit ablehnen!
Mit Beginn der Beziehung meines Sohnes zu einer muslimischen Frau tauchte ich immer tiefer in eine parallele, aber völlig fremde Welt. Zwangsehe, psychische und physische Gewalt an Frauen und Kindern, Morddrohungen, Ehrenmord, Ehrenmordbefürworter- und -Befürworterinnen, muslimische Fremdenfeindlichkeit, sind Begriffe, die ich mit eigenen Erfahrungen verbinde. Heute kenne ich die Sprache jener Familien, denen Gülsüm und Morsal zum Opfer gefallen sind. Ich habe gehört, wie diese Menschen über Leben und Tod des eigenen Blutes richten. Genauso gut kenne ich die drohende Macht, die einen Widerstand aus den eigenen Reihen lahm legt.
Familientragödien sind Morde durch Einzeltäter und stoßen in ihrer Gesellschaft auf Unverständnis.
„Ehrenmorde“ sind meist Produkte einer gekränkten Gemeinschaft und haben Befürworter.
Das Vergehen eines „Ehrenmord“ - Opfers ist der Wunsch auf ein selbstbestimmtes
Leben, das sich gegen die Ideologie seiner archaisch verhafteten Gesellschaft
richtet, in der dann auch oft das Urteil gefällt wird.
Wir fragen uns, wofür beteten die Männer, an Morsals Grab?
Galten ihre Gebete der Toten, oder den lebenden Töchtern, dass Gott die
Familien vor dieser Schande bewahre und sich ihre Töchter von diesem Schmutz
fern halten.
Was beweinten die Frauen, an Morsals Grab?
Waren es Tränen um ihren Tod, oder Tränen aus Mitleid für Morsals Abgleiten
in die westliche Lebensweise- in die Sündhaftigkeit?
Sahen die Frauen, Morsal als „Opfer“ oder als Täterin und ihren Mörder,
ihren Bruder, als „Helden“?
…
Worüber redeten die Männer am Bestattungstag?
Wer von ihnen hatte den Mut zu sagen, dass sich etwas ändern muss!
Dass die Hinrichtungen im Namen der Ehre, Zwangsheirat, Versklavung durch
Überwachung und Verbote endlich aufhören müssen!
Dass das ungeschriebene Gesetz der Ehre, gegen die Verfassung verstößt!
Dass die Täter keine Helden, sondern feige Kriminelle sind!
Dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind!
Dass Selbstbestimmung ein Menschen-Recht für jeden Einzelnen, jede Person,
jedem Menschen auf dieser Erde, jedem Mann und jeder Frau ist!
Oder kann es etwa sein, dass die Trauergäste nach Wegen suchten, wie
sie noch strenger, noch kontrollierter ihre Töchter beherrschen müssen?
Gedacht haben, werden es sicher einige von ihnen!
Wie viele von ihnen hatten Verständnis für den Täter und verurteilten
Morsal für ihren selbstverschuldeten Tod!
Liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer,
eine Gemeinschaft, welches seine Kinder indoktriniert, sie mit Kopftüchern
bedeckt, sie vom Integrationsprozess fern hält und fremdenfeindlich erzieht,
ist weit entfernt vom demokratischen Verständnis.
Diese Traditionalisten, die ihre Frauen zügeln, misshandeln und ihnen den Stempel ihres eigenen Versagens auf den Körper drücken, werden niemals ein Rechtsempfinden entwickeln.
Genauso wenig, wie jene Mütter, die nicht ertragen können, dass ihre Töchter ein anderes, ein besseres, freieres Leben - LEBEN könnten, wie sie es niemals erleben durften.
Diese unzivilisierten Fundamentalisten kennen weder Empathie für westliche Frauen noch für ihre eigenen Töchter! Sie halten an Jahrhunderte alte Überlieferungen fest, befürworten die Tötung des eigenen Blutes und lehnen unsere erkämpfte Freiheit ab!
Wir appellieren an alle Linksliberalen, Humanisten und Gutmenschen, die immer noch nicht begriffen haben, dass es auch bei Zuwanderern ein fehlendes Unrechtbewusstsein geben kann, ÖFFNET eure Augen und Ohren und KÄMPFT einen GERECHTEN Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen.
Die Reduktion der Verbrechen, wie Zwangsehe und „Ehrenmord“, ermuntert
dazu, dass diese Taten fortgesetzt werden!
Dabei ist „Ehrenmord“ nur das wahrnehmbare Ergebnis einer mittelalterlichen
Denkstruktur, wo die Ehre der Familie auf der Bergspitze thront und der
Menschenwert einer Frau auf dem Grund eines Sumpfes stirbt.
Zwischen Geburt und „Ehrenmord“ sind sehr viele Schicksale verborgen, deren stumme Schreie unter dem Kulturdeckmantel erstickt werden.
Zwangsehe ist eine dem Zweck dienende zusammengeführte Beziehung und oft ein Freibrief für den Geschlechtsakt unter ZWANG!
Unter dem Pseudonym „Kultur“ werden sexuelle Nötigung, Menschenhandel, schwerer Kindesmissbrauch, Gewalt und Unterdrückung legitimiert!
verehrte Gutmenschen,
die Verschiedenheit der Völker ist nur akzeptabel, wenn alle Volksgruppen
die Freiheit unserer Gesellschaft und das darin enthaltene Recht des Einzelnen
als elementare Werteordnung anerkennen.
Gruppierungen, die ihren Frauen, Töchtern und Schwiegertöchtern die Freiheit verweigern und den „Ehrenmord“ befürworten richten sich auch gegen demokratische und humanistische Wertevorstellungen und sind Feinde der westlichen Zivilisation.
Jeder darf diese Gruppen als Minderheiten bezeichnen, aber KEINER darf unterschätzen, dass diese Minderheit stark genug ist, um die Mehrheit einzuschüchtern.
Wir fordern die Zuwanderer-Gemeinschaft auf, Courage zu zeigen, den Mund zu öffnen und diese Vorgänge als unterentwickelt und barbarisch zu verurteilen.
Sagt ja zum selbstbestimmten Leben! Sagt ja zur Freiheit!
Gebt Eurem eigenen Fleisch und Blut Menschenwürde und eine Identität!
Respektiert die Freiheit eurer und westlicher Töchter!
Bekämpft die Frauenfeindlichkeit UND bekämpft die Fremdenfeindlichkeit!
Am Schluss möchte ich Sie noch bitten, unterstützen Sie die Frauenrechtsgruppen und werden Sie aktive Mitglieder!
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!